„Urtümlich roh, jedem ästhetischen Kanon
hohnsprechend,blicken uns die Abbilder ... entgegen“
LOTHAR ECKHART (1973, 93;ZU ST. GEORGEN G01)
In den 1990er-Jahren sind im oberösterreichischen
Salzkammergut zwei römische Grabsteine gefunden worden, die bislang
nicht ihrer – in Folge zu zeigenden – Bedeutung entsprechend
publiziert worden sind, was vielleicht auch mit dem etwas desolaten
Erhaltungszustand und der mangelnden Qualität der Darstellungen
zusammenhängen mag. Diese Steindenkmäler aus Mondsee bzw. Bad Ischl
lassen sich durch ihre Form, das verwendete Material sowie der
Darstellungsweise der abgebildeten Personen an ein lange bekanntes
Denkmal anschließen, das als „Ein Grabstein aus der späten
Völkerwanderungszeit aus St. Georgen im Attergau“ bereits 1973
besondere Beachtung im Jahrbuch des Oberösterreichischen
Musealvereines gefunden hat2. Bei diesen drei Denkmälern handelt es
sich zweifelsfrei um sehr „provinzielle“ Relikte der norischen
Bildhauerkunst, aber nicht zuletzt deshalb geht meiner Meinung nach
ein besonderer Charme von ihnen aus.